Posterous theme by Cory Watilo

Klappe die Elfte!

Das Praktikum ist offiziell vorbei und ich schreibe immer noch! Ja warum denn das? Weil es immer noch etwas zu tun gibt, ganz einfach. Ich muss noch die Drehfolge schreiben (damit hab ich am Samstag schon angefangen), die Drehpensen neu berechnen und, mein Lieblingsteil ;), die Tagesteiler noch einmal ändern, es ist ein weiterer freier Tag dazugekommen! Juhu! Aber diesmal brauche ich die Daten nur zu überstreichen und muss nicht alles neu schreiben. Puh, Glück gehabt.

Schön, und was ist diese Drehfolge? Wenn euer Drehplan fertig ist, müsst ihr nur jedes Datum mit Drehtag aufschreiben (am Besten ihr macht das in einer Tabelle am Computer) und dazu die Bilder, die an diesem Tag gedreht werden sollen.

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DrehfolgeAndrehPlan.pdf (13 KB)
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Das ist die Drehfolge für den Tatort von Andreh Plan

Klappe die Zehnte!

Heute ist Schulfrei! Ach ja? Echt? Also die Inhaltsangabe für den Tatort fühlt sich wirklich sehr nach Schule an. Aber immerhin macht sie Sinn. Sie wird nämlich gebraucht, um den Leuten, die eine Location zu Verfügung stellen, einen kurzen Überblick über die Geschichte zu geben, die auf ihrem Gelände spielen wird. Das mit der Inhaltsangabe war allerdings noch vertrackter als sonst. Da Krimis bekanntlich viele Handlungsstränge haben, ganz klar, um den Zuschauer zu verwirren und ihm viel Rätselpotential zu bieten, wer denn nun bitteschön der Täter ist, war es nicht ganz einfach, eine verständliche, nicht zu lange und zeitlich logische Inhaltsangabe zu schreiben. Aber ich hab es geschafft und meine Eltern haben sie kapiert. Leider kann ich sie nicht ins Netz stellen, da die Geschichte bis zur Ausstrahlung des Films natürlich geheim bleiben soll. Aber wer will, kann sich den Krimi ja ansehen, wenn er fertig ist. Tja, und auch sonst sieht es mit Bildmaterial oder ähnlichem heute eher mager aus, schließlich ist es nicht so wahnsinnig spannend, mich am Computer sitzen zu sehen.

Klappe die Neunte!

Große Ernüchterung am Morgen. Feuerwehreinsatz, ich muss alle, wirklich alle Tagesteiler neu schreiben. Schwer ist das nicht, eigentlich die perfekte Aufgabe für einen müden Morgen, aber es ist so ein gaaanz kleines bisschen langweilig. Naja, wenn's weiterhilft... Nachdem ich die ersten fünfzehn Stäbchen beschriftet und mit schwarzem Edding bemalt hatte, wollte ich mich noch einmal nach den Wochenend Drehtagen erkundigen und bekam die Antwort: "Ja, warte mal, der Drehtermin wurde sowieso noch einmal verschoben." Juhu, da hüpft das Herz. Also, noch einmal knapp dreißig Tagesteiler schreiben und hoffen, dass das der endgültige, tatsächliche Drehtermin ist. Als Joachim dann eine Stunde später zur Drehplan-"Abnahme" kommt, bin ich äußerst erfreut, dass es bis jetzt bei diesem Zeitraum geblieben ist, puh. Da Joachim gleich mit dem Regisseur verabredet ist, müssen schnell noch letzte Feinarbeiten gemacht werden.

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Und siehe da, die Tagesteiler sind OK. Jetzt hüpft es wirklich, das Herz. Und nu? Der Drehplan und das Drehbuch mit meinen Markierungen sind weg, bin ich arbeitslos? Keineswegs, eine Inhaltsangabe für den Tatort muss noch geschrieben werden. Oder erst einmal die Stichpunkte dafür, den Rest heb' ich mir für morgen auf.

Klappe die Achte!

Wenn ihr einigermaßen ausgeschlafen und zurechnungsfähig seid, könnt ihr euch mit eurem Produzenten (in unserem Beispiel Andreh Plan) verabreden, um die erste Ordnung zu schaffen. Das heißt: Die Stäbchen werden jetzt in einer langen Sitzung von einem Punkt zum anderen geschoben und nach unterschiedlichsten Gesichtspunkten sortiert. Besonders wichtig sind dabei natürlich die Motive. Aber auch die Anzahl  der Drehtage für Schauspieler (möglichst wenig - wegen der Gagen), Innen- und Außendrehs, Jahreszeitenwechsel, Wochentage und Tageszeiten müssen beachtet werden. Wichtig ist zum Beispiel, dass Nachtdrehs immer vor einem Wochenende, oder, wenn es viele gibt, gebündelt in einer Woche stattfinden, damit das Team nicht völlig übermüdet ist und seine festgeschriebenen Ruhepausen einhalten kann. Außerdem muss man auch einen gewisse Chronologie einhalten. Es wäre zum Beispiel unpraktisch, wenn man bei einem Kletterunfall erst das Opfer dreht, wie es ohnmächtig auf dem Felsen liegt, und dann den Unfall. Wenn man den Sturz dreht, die Endposition fotografiert und den Schauspieler am nächsten Drehtag auffordert, sich für die anschließende Szene wieder so hinzulegen, sollte das machbar sein. Andernfalls müsste man dem Schauspieler, oder Stuntman sagen: "Guck mal, so hast du gestern auf dem Felsen gelegen, fall mal in die gleiche Position." und das wäre wohl ein bisschen viel verlangt.

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Sortieren der Stäbchen, mit Joachim

Danach war ein wenig Bastelarbeit angesagt, die lockeren Klemmschienen des Drehplans mussten wieder festgeklebt werden, damit die Stäbchen beim Transport nicht alle verloren gehen.

Klappe die Siebte!

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Die Maus, nach der es weitergeht

Ok, das mit dem Kurzblog gestern hat wohl nicht geklappt, ich war wieder erst um halb eins im Bett. Macht nichts, der gute Wille zählt.
So, weiter mit dem Drehplan. Wenn alle Stäbchen im Drehplan stecken, solltet ihr mit eurem Auftraggeber besprechen, wann er anfangen will zu drehen. Nehmen wir doch einfach einmal an, Andreh Plan wäre euer Produzent und möchte gerne am 6. Dezember mit den Aufnahmen beginnen (der Regisseur heißt übrigens Nikolaus Ruprecht ;) ) Ihr nehmt euch jetzt ein Stäbchen und schreibt genau in die Mitte den Wochentag, also Mo, dann das Datum, 6.Dezember (oder Dez.) und den Drehtag, also 1. Drehtag. Dann malt ihr links und rechts von der Beschriftung, das Stäbchen schwarz an.

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Wozu das? Das was ihr da gerade gemacht habt, sind Tagessteiler. Man verwendet sie, um zu kennzeichnen, welche Szenen an dem entsprechenden Datum gedreht werden. Man teilt also die Szenen auf mehrere Tage auf und legt hinter das letzte Stäbchen den Tagesteiler. Schwarz ist er, weil er sich so ganz einfach besser vom Rest abhebt. Ach ja, bei der Beschriftung solltet ihr auf Wochenenden und Feiertage Rücksicht nehmen. Meistens gibt es ungefähr 22 Drehtage, was bei unserer Planung erhebliche Probleme bereiten würde. Ganz genau, der Dreh würde nämlich mitten in die Weihnachtsfeiertage fallen, was einen Stopp von mehreren Tagen bedeuten würde. Tja und die Aufnahmeleiterin Marie Christ-Mars, wäre sicherlich auch nicht allzu begeistert. Wenn ihr die Tagesteiler dann fertig habt und eine erste, provisorische Ordnung in die Stäbchen gebracht habt (sortiert nach Motiven), seid ihr für heute erst einmal fertig.
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Klappe die Sechste!

Puh, gut, scheint keinen zu stören, dass ich meinen Blog immer so spät schreibe. Hat sich jedenfalls keiner gemeldet und jetzt ist es zu spät, Pech gehabt. Also, damit ich auch mal vor Mitternacht ins Bett komme, probiere ich heute mal einen Kurzblog aus. Da ich gestern mit dem Einstreichen fertig geworden bin, konnte ich heute ganz unbeschwert (ok, die zwölf Kilo Müdigkeit, die ich momentan mit mir herunschleppe, mal abgezogen) mit dem Drehplan beginnen. Wer ein paar Stäbchen (nein, nicht die mit denen man Sushi isst), ein Drehbuch, einen Stift, ein Rollenregister, einen Drehplan (das ist eine Mappe, in die die Stäbchen später einsortiert werden) und ein paar Plätzchen zu Hause hat, kann eigentlich gleich loslegen. Wie? Das habt ihr nicht? Egal! Also, mal angenommen ihr hättet das alles zu Hause, dann solltet ihr jetzt das Rollenregister ausfüllen, das heißt, aus dem Drehbuch alle Rollen herausfiltern und die Personen, nach ihrer Wichtigkeit geordnet, in das Rollenregister eintragen.

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Ein Rollenregister

Außerdem muss für die verschiedenfarbigen Stäbchen ein "Aufgabenbereich" festgelegt werden. Zum Beispiel: Außen / Tag; Innen / Tag; Außen / Nacht; Innen / Nacht und Besonderheiten, beispielsweise einen Zeitraffer, der den Sonnenaufgang zeigt, also von Nacht bis Tag. Und "schon" könnt ihr mit den Stäbchen beginnen.

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Stäbchen

Ihr müsst sie nur passend an das Rollenregister anlegen und die dort aufgelisteten Stichpunkte beantworten.

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Anlegen der Stäbchen an das Rollenregister

In den breiten Teil des Stäbchens kommt das Motiv. Das ist der Ort, an dem sich eine Szene abspielt. An einer Location können sich mehrere Motive befinden. Im übrigen gibt es beim Film auch jemanden, der die möglichen Drehorte dafür aussucht, und die dann der Produktion anbietet. Diese Leute nennt man Location-Scouts.

Wenn ihr dann alle Felder auf dem Stäbchen ausgefüllt habt, steckt ihr es in den Drehplan und beginnt mit dem nächsten Stäbchen. Das Ganze macht ihr dann für jede Szene (bei mir waren es 138) und für Montagen gleich mehrmals.

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Drehplan-Wachstum

Und wie es weitergeht, seht ihr nach der nächsten Maus.

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Ziemlich fertig

Klappe am Wochenende!

BILD 6 / INNEN - CONTAINER TAG

Victoria und Constanze laufen hektisch durch einen schmucklosen Container. In der Mitte des Raumes steht ein Fotoapparat auf einem Stativ, am Ende ist eine Leinwand aufgebaut, die von hinten mit einem Scheinwerfer beleuchtet wird. Eine Wand für Schattenspiele. Constanze dreht sich um, drückt Victoria etwas in die Hand.

CONSTANZE
Der zweite Chip für den Fotoapparat. Du fotografierst immer nur eine Serie auf einen Chip und gibst ihn mir dann.

VICTORIA
OK

CONSTANZE
Steck ihn dir gut weg!

 

BILD 7 / INNEN - CONTAINER TAG

Victoria und Constanze sitzen alleine im Raum, warten. Es scheint sich niemand für die Daumenkinos zu interessieren.

VICTORIA
Ich hätte mir doch das Drehbuch zum Einstreichen mittnehmen sollen. Ich wusste, dass hier so wenig Leute herkommen.

 

BILD 8 / INNEN CONTAINER TAG

Victoria steht völlig überfordert an dem Fotoapparat, hinter der Leinwand umarmt sich ein Geschwisterpaar, lässt das Schattenspiel fotografieren. Um sie herum drängen sich die Leute, suchen nach Requisiten, schneiden Teile für ihr Daumenkino zurecht, warten. Constanze sitzt am Drucker, neben ihr hat sich ebenfalls eine Schlange gebildet, jeder will den Ausdruck seines Daumenkinos haben. Victoria kommt an, übergibt Constanze den Chip.

VICTORIA
Wo is'n der zweite Chip?

CONSTANZE
Steckt noch im Drucker, kriegst ihn gleich.

VICTORIA
Ich brauche den jetzt. Die Kleine wartet schon ziemlich lange.

CONSTANZE
(etwas ungeduldig)
Ich muss doch noch die Fotos hier runter spielen.

Victoria rollt mit den Augen und guckt sehnsüchtg auf ihren Stuhl. Besetzt.

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ein Film aus den Daumenkinos, die beim Tag der offenen Tür entstanden sind

 

Ja, ganz genau, das ist zwar nicht dierekt mein Praktikum, aber der Tag der offenen Tür am bfg. Die Handlung hat sich genau so abgespielt (gut, es ist ein kleines bisschen übertrieben, aber es war wirklich sehr, sehr stressig), weshalb ich am Abend ziemlich geschafft war. Nach meiner Heimkehr gegen 16:00, konnte ich mich dann erneut dem Einstreichen widmen und damit wenigstens die dazu benötigten Plätzchen für  Sonntag zur Verfügung standen, mussten die noch hergestellt werden. Und am Sonntag, wie seid ihr nur darauf gekommen, habe ich eingestrichen. Das ist nämlich gar nicht so einfach wie es sich anhört. Jedes mal, wenn ich mir die letzten fertig markierten Seiten noch einmal angesehen habe, sind mir Requisiten, Rollen oder ganze Szenen aufgefallen, die ich vergessen hatte einzustreichen. Und deshalb sitze ich am ersten Advent um 0:33 am Computer und schreibe meinen Blog. Ich hoffe das stört keinen, sonst muss ich mir echt was einfallen lassen.

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Klappe die Fünfte!

Endlich Schnee! Heute konnte ich beschwingt und unbeschwert an meine Arbeit gehen, während die Flocken leicht vom Himmel schwebten. Heutiges Thema: Einstreichen (damit bin ich immer noch nicht fertig). Was Einstreichen ist, ist schnell erklärt.

Zutaten: 

  • ein Drehbuch
  • 4 Marker oder Buntstifte in verschiedenen Farben
  • eine Kanne Tee (und natürlich ein Becher)
  • eine Tafel Schokolade oder ein paar Plätzchen (jetzt wo der erste Schnee gefallen ist), oder auch beides
  • ein gemütlicher Sitzplatz

Erstens:
Das Drehbuch lesen und unverständliche Passagen wiederholen. Darauf achten, dass sich keine Klümpchen bilden (also nicht im Drehbuch sondern im Kopf)
Zweitens:
Für Personen (Darsteller), Requisiten, Location (Ort an dem eine Szene spielt) und Besonderheiten im Text ( wie z.B. Musik) eine Farbe auswählen. Ich nehme für Personen Rot, für Requisiten Grün, für Locations Orange und für Besonderheiten Blau.
Drittens:
Jetzt alle diese Teile "einstreichen". Dafür hier ein Beispiel:

BILD 60 / AUSSEN SEE - TAG

Erick und Svea stehen am Ufer. Er eine große Kameratasche über der Schulter, sie ein Paar weiße Eiskunstlauf-Schlittschuhe in der Hand. Svea blickt sich um, sucht einen Platz an dem sie sich die Schuhe anziehen kann.

SVEA

Warum hast du keine Schlittschuhe mitgenommen? Ich denke wir wollten auf den See!

ERICK

Ich hab' sowas nicht, das ist was für Mädchen. Auf den See komme ich auch ohne.

 

Svea hat einen Platz gefunden, setzt sich hin und zieht die Schlittschuhe an. Erick sieht sie an, schüttelt den Kopf.

 

WEITER ERICK

Was Mädchen daran finden, ist auch ohne diese unbequemen Dinger schön draußen.

SVEA

Weißt doch gar nicht, ob die unbequem sind, du hattest sowas bestimmt noch nie an den Füßen!

ERICK
(sarkastisch)
Haarscharf kombiniert Madame. Ein sehr feiner Spürsinn, den sie da haben.

SVEA

Ach hör doch auf! Du bist total verkniffen, hat dir das schon mal einer gesagt?

ERICK

Es ist doch immer das gleiche, egal was man macht, es is ganz bestimmt falsch! Was hättest du denn gesagt, wenn ich hier auf's Eis spaziert wäre und ein paar flotte Sprünge hingelegt hätte?

SVEA

Ich wäre begeistert gewesen, nichts sonst.

ERICK

Klar doch, da wärst du aber die...

 

Erick bricht mitten im Satz ab, sieht Svea prüfend an.

 

SVEA

Was? Was wäre ich?

ERICK

Nichts. Ich meine nur...

 

Svea fixiert Erick, er dreht den Kopf schnell zur Seite. Svea steht auf, geht auf den zugefrorenen See, dreht ein paar Pirouetten. Erick sieht ihr versonnen nach.

 

Viertens:
Übers Wochenende ruhen lassen und am Montag mit der Weiterverarbeitung zum Drehplan beginnen. =)

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Besprechung mit Joachim

 

 

 

 

Klappe die Vierte!

Heute fange ich ausnahmsweise mal mit Fotos an. Weil sich die Aktionen im Seminarraum immer sehr ähnlich sind und so auch die Bilder recht einseitig wären, hier mal mein täglicher Weg zum ISFF:

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Also der Beginn der Strecke ist eindeutig der schönste :) , besonders interessant ist es aber am anderen Ende!

Nachdem ich gestern, wie eigentlich jeden Tag, noch bis nach Mitternacht an meinen Hausaufgaben gesessen habe (diesmal war es die Stoppliste), war ich heute natürlich entsprechend müde, aber spätestens nach der Hälfte des Seminars war ich wieder wach. Hochrechnungen und Drehverhältnisse, das klingt total langweilig, gebe ich ja zu. Aber so schlimm ist das gar nicht. Erst einmal zu den Hochrechnungen: Hochrechnungen werden gemacht, um den Überblick über die Zeit zu behalten, die der fertige Film haben wird. Um das herauszufinden, braucht man den Vorstopp und den Drehstopp. Der Vorstopp (gesamt und pro Bild) ist das was ich gestern erklärt habe, also der Film in Gedanken, und der Drehstopp ist die Länge der Szene, vom "Und Bitte!" des Regisseurs bis zum "Danke!". Wichtig ist es auch, zu wissen wie Differenz zwischen der Vorstoppzeit und dem Drehstopp ist, denn so lässt sich schnell herausfinden, wie viel Überlänge der Film hat oder wie viel noch an Zeit benötigt wird, um beispielsweise einen 90-Minüter zu haben. Aber viel interessanter ist das Drehverhälnis. Anhand einer Tabelle (Regieassistenten können die wahrscheinlich auswendig), kann man sehen, wie viel Material rein theoretisch verbraucht wird. Das hängt davon ab, auf welchem Filmformat man dreht und ob es ein Fernseh- oder ein Kinofilm ist. Außerdem muss man die Schnittzeit kennen, das ist die Zeit die die Szene (oder der bereits vorhandene Teil des Films) tatsächlich dauern wird. Hier kommt mal wieder ein Beispiel:

Nach vierzehn Tagen wurden bei 16 mm / 24 fps (frames per second = Bilder pro Sekunde) 6731 m Material verbraucht, die bisherige Schnittzeit beträgt 83:06 Minuten.
Um das auszurechnen, muss ich mir die Daten aus der Tabelle (im PDF file unten) holen. Dazu muss ich mir meine Schnittzeit aber erst einmal logisch einteilen. Ich stückele es also in 60 Minuten (1h); 20 Minuten; 3Minuten und 6 Sekunden. Das sind dann 658,44 m + 219,48 m + 32,92 m + 1,10 m = 911,94 m. Und jetzt: 6731 : 911,94 = 7,38 und das bedeutet, dass ich ein Drehverhältnis von 1:7 habe.

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Unterlagen101125.pdf (6.34 MB)
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Die Berechnungen gelten nur für richtigen Film, bei uns in der Schule wird allerdings digital gedreht, das kann ich nicht berechnen.

Klappe die Dritte!

Wisst ihr, was eine Stoppliste ist? Nicht so schlimm, ich bis heute auch nicht. Eine Stoppliste ist eine Liste (der Teil ist noch nicht so wahnsinnig schwer zu erraten), in der man die ungefähre Spieldauer eines Films notiert. Ok, das ist ja einfach, könnte man jetzt denken, aber die Sache hat einen entscheidenden Haken, und der besteht darin, dass der Film noch gar nicht existiert. Stattdessen braucht man dafür das Drehbuch des Films, für den die Stoppliste gemacht werden soll (man sollte das Drehbuch vorher am besten einmal gelesen haben), eine Stoppuhr und wenigstens ein bisschen Phantasie. Und wenn man das alles hat, kann es los gehen. Man muss sich nur die einzelnen Bilder im Drehbuch vorstellen, die Kamerafahrten, Dialoge und Aktionen mitdenken und nach jedem Bild die Zeit stoppen. Hier ein Beispiel für eine Szene:

BILD 56 / INNEN WOHNZIMMER SVENSON - ABEND

Malin, Deborah und Erick sitzen auf dem Sofa, die Teller vom Abendessen stehen noch auf dem Tisch, draußen schneit es. Malin steht auf und geht zum Fenster.

MALIN

Warum gehst du nicht Erick? Du wolltest doch noch weg, oder?

ERICK

Warum sollte ich, wenn Mo doch sowieso nicht da ist?

MALIN

Du lügst doch, du traust dich nur nicht, ich weiß noch genau wie du mir im letzten Jahr von diesem Mädchen vorgeschwärmt hast. Mos Cousine, nicht? Wie hieß sie doch gleich?

ERICK

Ich weiß es doch nicht. Ich wäre nur gegangen, um ihm eine Freude zu machen!


Malin dreht sich amüsiert um, blickt Erick in die Augen.


MALIN

Ich seh doch, dass du lügst. Jeder könnte sehen, dass du lügst.


Deborah öffnet den Mund, überlegt es sich dann aber anders.


WEITER MALIN

Nun geh schon. Du brennst doch geradezu darauf, endlich unbemerkt aus dem Haus verschwinden zu können!

ERICK

Und wenn schon, das wär' doch völlig egal!

MALIN

Aha, wer sagt's denn?! Geh doch mit ihr auf den See, sie wäre bestimmt begeistert!


Erick starrt Malin einen Moment lang an, verlässt dann wütend das Zimmer.


ERICK

(aus dem Off)
Frauen!

Da kann man sich eigentlich ganz gut eine Szene vorstellen. Jetzt muss man nur den Text so lesen, wie er in einem Dialog gesprochen werden würde, sich die Regieanweisungen vorstellen und dabei messen, wie viel Zeit man dafür ungefähr benötigt. Das muss man dann mit jedem Bild im Drehbuch machen, die gemessenen Zeiten addieren und schon hat man die ungefähre Spieldauer des Films. Um das Ergebnis noch etwas genauer zu machen, sollte man das ganze zweimal wiederholen und dann den Mittelwert errechnen.

So, jetzt wisst ihr wie man es macht und ich muss es nur noch in die Tat umsetzen (mit einer Tasse heißem Tee und ein wenig Schokolade wird das zu einem entspannten Mittwochabend mit 89 Seiten Drehbuch "Champagner und Kamillentee").

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Die Stoppliste - meine Abendbeschäftigung